Freitag, 13. März 2015

Konzert - Jazzkeller Hofheim - 7.3.2015 - Hank Lizard, Mother Engine

Mal wieder Samstag.
Mal wieder Hofheim.
Mal wieder der Jazzkeller.
Mal wieder Spacedelic Odyssey.
Mal wieder Stoner/Dessert-Rock.
… und mal wieder ein geiler Abend!

Soviel also gleich vorweg. Die Spacedelic Odyssey Reihe des Jazzkellers wird fortgesetzt, und diesmal mit Gruppen aus Hattersheim und Plauen. Aber bevor es mit der Musik los ging, blieb noch etwas Zeit, um sich mal wieder die schöne Location anzuschauen und die Projektionen des VJs Mars Red Moll zu genießen, die dieser zu einstimmender Musik zum Besten gab. Es ist zwar nichts Besonderes aber macht immer wieder gute Laune, nicht auf eine  leere Bühne zu gucken.

Wovon ich aber immer wieder beeindruckt bin in dem kleinen Keller direkt am Bahnhof, ist die Tatsache, das immer wieder dieselben Leute dort erscheinen. Es ist also eine sehr eingefleischte Fangemeinde, die dort immer wieder zusammen kommt. Schade an der Sache ist eigentlich nur, das es in der Region zwar jede Menge Bands gibt, die Musik machen, die sie ähnlicher Musikrichtungen zuordnen, es aber trotzdem immer sehr überschaubar ist im Zuschauerraum solcher Veranstaltungen.

Nun aber zu diesem Abend und den beteiligten Bands. Den Anfang machte Hank Lizard aus der direkten Nachbarschaft sozusagen. Die drei Jungs begannen zwar erst gegen 21:25 Uhr mit ihrer Show aber bei lediglich zwei Bands kann man das wohl verkraften. Mit ihrem schleppenden Rhythmus, gepaart mit einer alles in allem recht dunklen, doomigen Atmosphäre nahmen sie die Zuschauer schnell in die Stimmung mit, die sie zu verbreiten angetreten waren.

Insbesondere der zweistimmige Gesang hat mich an hierbei fasziniert. In dieser Form hatte ich so etwas bei dieser Art der Musik noch nicht gehört aber es zeigte sich, fand ich, das es gut passte und vor allem natürlich gut umgesetzt war, weil man natürlich eine größere Vielfalt an Möglichkeiten hat. Außerdem nutzten Bassist und Gittarist durchaus interessante und ausgefallene Effekte. Einziger Wermutstropfen des Auftritts war die Lautstärke, die offensichtlich nicht nur ich für grenzwertig hielt.

Dieses Manko wurde dann aber, entgegen der sonstigen Gewohnheiten bei Auftritten mehrerer Bands hintereinander, wieder behoben. Mother Engine aus Plauen konnten also auf einen etwas ausgewogeneres Lautstärkeverhältnis zurück greifen. Auch hier standen drei Musiker auf der Bühne, allerdings gab es bei dieser Kombo gar keinen Gesang, sondern die Jungs bauten vollkommen auf die Dichte Stimmung ihrer Instrumente.

Ihre Musik ist auch deutlich eher treibend und die Länge der Stücke sowie eben der fehlende Gesang rücken die Musik durchaus in die Nähe des Postrock mit solchen Größen wie Long Distance Calling, wobei es natürlich um so beeindruckender ist, das lediglich drei Instrumente zur Verfügung stehen.

Und trotz der Länge der Stücke werden die Songs nicht langweilig, geschehen doch immer wieder neue Sachen, so das es mal wieder schade zu nennen ist, das das Konzert gegen Mitternacht schon vorbei ist.


ALLES in allem mal wieder ein gelungener Abend in dieser Reihe, der sein Fortsetzung im April finden wird, wenn dann aber hoffentlich ein paar mehr Zuschauer und Zuhörer sich in den kleinen Keller verlaufen und sich mit heftigem Kopfschütteln und grooven den Abend vertreiben.

Donnerstag, 12. März 2015

Concert - The Agonist, Ferium and Selfmachine - 11.3.2015 - Das Rind, Rüsselsheim

Short announcement in advance:
I am going to try to write an concert review in English language for the first time now and hope, this works as well. Maybe, if someone reads this, and has some advice, critics or even compliments, this would be very appreciated by the author. Just comment, please.


But now, straight to the concert. It was, once more, at one of the nicest places I know: Das Rind in Rüsselsheim. A small, but always well-sounding and great organized venue. I especially like them for their progressive music events, which are hard to find in such a quality location in the area. This time, it was not mainly progressive music, but straight to the face metal, that brought me there.

Otep was planned as a headliner, but had to cancel the tour, which was very sad news, but with The Agonist, Ferium and Selfmachine, the show still promised to be big. And happily I was not alone with this thought and the venue got filled with, I would guess, some 70-80 people in the end. But the atmosphere, as far as I can say, was really great and it was real fun.

To be honest, I only learned about The Agonist (which was the band, I wanted to hear most on the lineup) when they parted ways with their former singer, Alissa White-Gluz. She joined one of my favorite bands in Arch Enemy, and was replaced by Vicky Psarakis. And this is, how I first listened to the old material of the band from Canada. And since it really sounded great, I wanted to see and hear them live some time.

That it was in Das Rind, to get that chance was really luck, since I like that place and I saw the chance to listen to the versatile singing style of Vicky in there.

Joining the team from Montreal was a really international package. Openers on this day was Selfmachine, a band from the Netherlands, playing a really modern kind of metal. What I found especially interesting about their music was that variety of voices they use with three people singing. And even though the audience was not very big at this time, they where able to deliver a great performance and bring the people to follow them on their trip through thrash, death and heavy metal.

Following this already great performance was a short break for changing the setup on stage. But I was really impressed, how fast this new setup was up and the next band entered the stage.

And this was Ferium from Israel. Since there are so many great bands from this region, I was really looking forward to what these guys would be bringing on stage. And it showed, that the expectations where not too high, even though it took a while for them to really convince me. They started with some really strong death metal songs. But what I was waiting for was the influence of local music and culture.

And since I do not listen to texts on first concerts I see bands at, I can´t say if they might have references to their regional background in there. In the music itself it took 2 or 3 songs for me to get what I wanted to have, but then the mixture of death metal, multi voices and oriental (strange to European ears, but very interesting) influence really flashed me in the end and so the time of this performance also ended too quick.

To end too quick is also the first thing I will remember of The Agonists appearance on stage on this evening. The singer, as she told us during the show, had to recover from a whole week of sickness and was only able to perform a shortened set. Taking this into account the performance she and her bandmates delivered was impressive.

It was power on stage from the very first minute and even with her health issues I was not able to say, that Vicky was not giving her very best. The music is beyond critics anyway and as well her growling and clear vocals did not show any weaknesses. Supported by her great backing vocalists, a very energetic overall appearance and a very versatile instrumentation this was, as short as it was, the highlight of the evening.

The only thing I would think about complaining would be the following. As Vicky announced, her colleagues played some instrumental sets during her medical pause. I was hoping, that this would also happen on that day, at least to give the audience some more time with a really great band. But it looks as if it was decided to stay with a shortened vocal set, which is of course, completely to the band.


FINALY, I want to thank (once more) the members of the team of Das Rind for their really good organization, the bands for their passion and power and the audience for their, as I think, good support of the whole evening.

Samstag, 7. März 2015

CD – Blind Guardian - Beyond the Red Mirror (Track by Track)

Hier eine Stück für Stück Betrachtung der Earbook Edition (ohne Vinyl) von Blind Guardians neuer Platte Beyond the Red Mirror von 2015.
Diese Betrachtung dient als Ergänzung meines Reviews hier!

The Ninth Wave – Wie gesagt, ein starkes erstes Stück, das bereits alles hat, was die Platte und die Band zu dem machen, was sie sind. Und mit über 9 Minten auch gleich eines der beiden längsten Stücke des Albums. Trotzdem wird es nicht langweilig. Immer wieder passiert etwas neues oder etwas Bekanntes und lieb gewonnenes kehrt zurück.

Twilight of the Gods – Deutlich kürzer (aber mit fast 5 Minuten wirklich kein Schnellschuss) und knackiger, wurde dieses Stück bereits als Single ausgekoppelt. Es hat mit seinem hymnischen Refrain durchaus das Potential zu einem der Klassiker der grandiosen Liveauftritte von Blind Guardian zu werden.

Prophecies – Es scheint jetzt erst mal ruhiger zu werden, aber schon kurz nach Beginn wird klar, das es einfach nur etwas mehr in Richtung Heavy Metal geht, der treibend durch das Stück peitscht. Fünfeinhalb Minuten, die sich bestimmt auch gut auf der Bühne machen.

At The Edge Of Time – Nicht nur der Titel der letzten Schiebe der Krefelder, ondern einfach nur EPISCH. Das ist wohl das Stichwort, unter dem dieses Stück steht. Allerdings auch eines der Stücke, von dem man echt gespannt sein darf, ob es die Livebühne je erleben wird.

Ashes of Eternity – Ein vor allem filigranes Stück Gitarrenarbeit, das hier vorgeführt wird. Bestimmt wird das den einen oder anderen stören, aber ab und zu ist es doch geil zu hören, was Virtuosen wie André Olbrich zu leisten im Standen sind.

Distant Memories – Der Bonus Track der Limited Edition und eine wunderschöne Ballade bildet die Mitte des Albums, wobei auch hier nicht mit Pomp und Breite in der Instrumentalisierung gespart wird, was es leider wieder schwer vorstellbar macht, ob dieses Stück jemals Live Atmosphäre erleben wird.

The Holy Grail – Direkt und kraftvoll! So einfach kann man geile Musik machen und so sämtliche Tugenden des Musk der letzten 20 Jahre auf den Punkt bringen. Ein Stück, das alles hat, was man sich vom Power Metal wünschen kann und von dem man hofft, es Live erleben zu dürfen.

The Throne – Geschichten erzählen, das ist, was Hansi Kürsch am liebsten macht, wie er auch immer wieder beweist. Unter das sehr beeindrucken mit diesem Stück, das nicht nur textuell, sondern alleine die Musik liefert mehr Emotionen und Ideen, als so manches Machwerk literarischer Natur aus dem Bereich Science Fiction oder Fantasy.

Sacred Mind – Es wird wieder etwas ruhiger und die Gitarren treten etwas mehr in den Vordergrund. Teilweise verspielt, teilweise hart führen sie den Song in ruhigem Gewässer zu seinem Ziel, in den Ohren und Köpfen seiner Zuhörer.

Miracle Mashine – Das kürzelste Stück der Platte, aber keineswegs eines, das man missen möchte. Wobei ich vor allem den Text interessant finde. Wer mag, sollte sich den ruhig mal zu Gemüte führen. Andererseits ein Beweis, das die Band sich auch kurz fassen kann, aber ganz ehrlich, wer will das bei so großartigen Songschreibern und Musikern. ;-)

Grand Parade – Das letzte Stück des regulären Albums und der Limited Edition und es bildet mit dem ersten Track eine echt beeindruckende Klammer des Albums. Sowohl von der Länge her sind das die beiden Stücke beeindrucken (jeweils 9:29 Minten) sondern auch musikalisch wird hier noch einmal alles heraus geholt, was Album und Band ausmachen.

Doom – Ein Zusatztitel, der nur auf dem Earbook zu finden ist, und sich nahtlos in die Qualität und Stimmung des restlichen Albums einfügt. Ein weiterer Song, der für sich nicht den Preis des Earbooks rechtfertigt, der aber das Album verlängert und damit auch verbessert.



Verpackung – Der eigentliche Grund für meine Entscheidung für das Earbook ist allerdings die sehr schöne und gelungene Verpackung in Buchform. Durch die Größe von 28x28 cm kommen die Grafiken auch sehr gut zur Geltung und die erzählte Geschichte wird nicht nur grafisch sondern auch textuell weiter ausgebaut und unterstützt.

CD – Blind Guardian - Beyond the Red Mirror (Review)

Eine der Platten der letzten Jahre, sie ich am sehnlichsten erwartet habe und um es gleich vorweg zu nehmen:
Dieses Album hat keine Höhepunkte!

Denn nachdem ich die Scheibe seit nun mehr über einem Monat in Dauerrotation laufen habe, habe ich kein Stück gefunden, das ich nicht als Highlight würde bezeichnen wollen.
Ich habe schon einige Platten gehört, die kaum Schwachstellen hatten, aber der eine oder andere Durchhänger oder Schwachpunkt war auf jeder Scheibe zu finden, die ich bisher hören durfte (natürlich abgesehen von Best-of-Sammlungen).Aber diesmal haben die Jungs um Hansi Kürsch es geschafft etwas abzuliefern, das ich als „perfektes Album“ bezeichnen würde.

Und wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gibt an diesem Album, dann die Tatsache, das die Platte ein Ende hat. Das ist zwar (bei der von mir gekauften Earbook Edition) erst nach 76 Minuten und 42 Sekunden erreicht, aber trotzdem will man, oder zumindest ich, eigentlich selbst dann nicht, das die Scheibe zu Ende ist.
Andererseits kann man dann endlich anfangen, sich in jeden einzelnen Song im Detail hineinzuhören. Das man, wie in meinem Fall, dabei noch absolut gelungenes grafisches und textuelles Zusatzmaterial geboten bekommt, steigert den Effekt noch und man möchte gar nicht entscheiden, ob man nun denselben Song wieder und wieder hören möchte, oder ob man doch schnell zu nächsten Meisterwerk kommen will.

Wie immer ist es Blind Guardian gelungen, eine Platte aufzunehmen, die eindeutig nach Blind Guardian klingt, und das merkt man an der einen oder anderen Stelle echt mehr als deutlich. Auf der anderen Seite ist jedes einzelne Stück so gestaltet, das einem nicht langweilig wird, oder man das Gefühl bekommt, etwas zu hören, das man schon kennt.
Und obwohl der Power Metal weiterhin das Genre ist, dem ich die Krefelder zuordnen würde, schaffen sie es doch, viele andere Stile mit zu integrieren. Die Symphonic Metal Elemente sind ja jedem Fan vertraut und gehören dazu genau wie die epischen Elemnet, sowohl im Gesamtwerk, als auch in einzelnen Stücken. So hievt die Band das Genre mit einem wahnsinnigen Aufwand (3 Chöre und 2 volle Orchester sind Teil der Aufnahme) auf ein neues Level, das allerdings ein paar Befürchtungen aufkommen lässt, wie diese Stücke in einem Live Set klingen werden.

Aber damit natürlich nicht genug. Klassische Heavy Metal Elemente fehlen genau so wenig, wie progressive Elemente. Diese waren zwar auf den beiden letzten Platten etwas deutlicher, aber die Mischung der Elemente ist fantastisch gelungen und wirkt etwas runder. Natürlich wird das nicht jedem gefallen, aber mir persönlich (und mehr kann ich ja nicht beurteilen) gefällt jeder Song, wenn ich ihn höre, besser als die anderen und auch derselbe Song beim letzten Durchlauf. Denn je öfter ich die Stücke nun gehört habe und immer noch höre, desto mehr Details fallen mir auf und desto besser gefallen mit die Songs.
Ich kann es jetzt kaum noch abwarten, das die Band demnächst auf Tour geht. Normalerweise kaufe ich Karten nicht so frühzeitig, aber mein Ticket für den April habe ich schon seit vier Monaten und mit Orphaned Land befindet sich gleich ein zweites Schwergewicht seines Genres mit im Boot.

Aber die Scheibe hat eben nicht nur musikalisch einiges zu bieten, sondern auch eine Geschichte kommt nicht zu kurz, die in den sehr guten und prägnanten Texten von Hansi Kürsch erzählt wird. Und besonders die Tatsache, das man sich thematisch an einer 20 Jahre alten Scheibe Imaginations From The Other Side anlehnt deutet auch hier wieder an, das sich Blind Guardian, so viel sie auch experimentiert haben und es immer noch tun und bestimmt immer wieder tun werden, doch wissen, wo ihre Stärken liegen und diese sehr wohl wissen auszuspielen.


FAZIT: Eine Platte ohne Stärken. Gelungen von Anfang bis Ende, und obwohl es noch sehr früh im Jahr veröffentlicht wurde, denke ich, es wird meinen persönlichen Top5 des Jahres 2015 landen. Und wenn ich ein Stück heraus heben möchte, damit man sich ein Bild machen kann, würde ich empfehlen, direkt den Opener The Ninth Wave anzuhören. Er hat bereits alles, was die Platte ausmacht.

Nachtrag: Hier findet ihr noch eine Track-by-Track Betrachtung der Platte!