Donnerstag, 28. Februar 2013

CD - Bullet for my Valentine - Temper Temper


Bullet for my Valentine ist eine Band, an der sich seit Jahren die Geister scheiden und so war ich echt gespannt, was der neue Longplayer so liefern würde. Die vorab veröffentlichte Single zeigte zwar schon, das sich nicht viel ändern würde im Vergleich zum Vorgänger Fever aber es war natürlich klar, das man hier erst mal auf vertrautes setzen würde. Somit war für mich klar, das mehr nötig sein würde, mich von der versprochenen Rückbesinnung zu überzeugen.

Jedoch bereits der erste Durchlauf der Platte macht klar: Die Band will sich weder nicht neu erfinden, noch zu ihren Wurzeln zurück. Sie machen, was sie können und wollen und dazu scheint nicht gerade überschäumende Kreativität zu gehören. Mehr oder weniger klingen nicht nur alle Songs dieser Platte sehr ähnlich, sondern sie zeigen auch, das der Weg, den die Band mit Fever eingeschlagen hat, konsequent weiter gegangen wird.

Ihnen Kommerz vorzuwerfen halte ich für grundsätzlich falsch, denn immerhin müssen die Jungs ja mit der Musik ihren Lebensunterhalt verdienen. Allerdings kann man auch, genauso logisch, niemanden dazu zwingen solche 08/15 Kost mit auch noch einer schlechten, viel zu lauten Mischung und durchschnittlicher Gesangs- und Gitarrenarbeit, gut zu finden, nur weil Bullet for my Valentine drauf steht. Aber den Geschmack eines Großteils der Fans scheinen die Jungs ja zu treffen und wem es gefällt, der soll es hören.

Man kann der Band eigentlich ja nicht böse sein, wenn sie das machen, was die Massen hören wollen, aber nach den großmundigen Ankündigungen, man wolle zurück zu seinen Wurzeln, ist das Ergebnis schon eher ernüchternd. Und das eine junge Band wie Bullet for my Valentine sich so auf ihren Lorbeeren ausruht, wir man es von den Großmeistern auf diesem Gebiet, Motörhead, schon seit Jahrzehnten kennt, finde ich mehr als Schade, zumal die Jungs eigentlich mehr darauf haben sollten, schaut man sich mal ihre ersten beiden Platten an.


FAZIT: Temper Temper ist eine Scheibe, die denen gefallen wird, die Bullet for my Valentine mögen, wie sie auf Fever agiert haben. Nicht mehr und nicht weniger.

Mittwoch, 27. Februar 2013

CD - Hatebreed - The Devinity of Purpose

Kurz und knackig! Das gilt nicht nur für jeden Song auf der neuesten Platte des Metalcore Urgesteins, sondern leider auch für die ganze Scheibe, denn szeneüblich endet der Longplayer nach weniger als 40 Minuten.
Bis es soweit kommt, das das Album zu Ende geht, haben die US-Boys aber schon ordentlich die Abrissbirne geschwungen und den Zuhörer mit ihrem unwiderstelichen Sound an die Boxen oder den Kopfhörer gefesselt.
Und obwohl ich normalerweise längere Stücke bevorzuge, als die zwischen 2 und knapp 4 Minuten langen Kracher aus Connecticut, habe ich nicht das Gefühl, das etwas fehlt. Die Band bringt ihre Musik also wieder mal auf den Punkt.
Die Mischung aus klassischen Hardcore Elementen und gelungenen Metal-einlagen wird auch nach mehrmaligem hören nicht langweilig, weil es Hatebreed mal wieder schaffen, der Musik genug Tiefe zu geben um immer wieder neues zu entdecken.
Die Live-tauglichkeit der Lieder muss sich natürlich erst noch erweisen, aber ich zweifele nicht daran, das "Own your World" bald zum Standartprogramm der Mannen um Jamay Jasta gehören wird.
Mein persönlicher Favorit auf "The Devinity of Purpose" sind allerdings "Honor never Dies" und "Nothing scars Me".
FAZIT: Hatebreed zeigen mal wieder, das sie die Speerspitze des Metalcore der modernen Zeit bilden und diese auch nicht vorhaben, aufzugeben. Absolut hörenswert!!!

Sonntag, 24. Februar 2013

CD - Hate - Solarflesh

HATE

Der Name ist Programm, denn mal abgesehen von dem etwas ruhigen Intro\Opener knallen die Polen ihren Zuhoerern harte Kost auf die Ohren. Und die neue Scheibe "Solarflesh" zieht einen, wenn man sich auf sie einlaesst, von der ersten Minute an in ihren Bann, wobei natuerlich alle Fans des Death- und Blackmetal auf ihre kosten kommen, aber, so meine ich, nicht nur dir. Denn auch die eine oder andere musikalische Ueberraschung halten die Jungs bereit.
So fliessen Metalcore Elemente genauso ein, wie Anleihen aus Industrial und Elektro und gar, wenn auch an die Musik angepasst, Einfluesse aus der Alternative-Ecke.
Die Warschauer haben also mal wieder ein Album vorgelegt, das, von einem genialen Schlagzeug angetrieben, ein echt hoerenswertes Werk des Melodic-Death-Black-Metal darstellt.
Wuerde die Jungs gerne mal live erleben!!! \m/ Weiter so, kann ich da nur raten, was auch immer das heissen mag.

Ach ja, in diesem Genre auch positiv zu erwaehnen ist die Laufzeit von fast einer Stunde bei der Limited Edition, die immerhin ueber drei, wie ich finde, lohnenswerte Bonustracks verfuegt.

FAZIT: Pflicht fuer jeden, der auf hartes steht aber auch fuer Zeitgenossen, die sich als musikalisch aufgeschlossen bezeichnen. HAUT REIN!

Konzert - Skull Boogey , Black Lizzard, Way Beyond Reason - Nachtleben, Frankfurt - 21.2.2013


Angesagt war ein Stoner Rock Abend im Nachtleben, und das klang doch schon mal interessant, auch wenn ein Donnerstag Abend alles andere als optimal dafür sein würde und so war der Raum zu Konzertbeginn auch spärlich gefüllt. Aber das tat weder der Stimmung auf der Bühne noch davor einen Abbruch.

Denn sobald die erste Band des Abends, die Frankfurter von Skullboogey, sich anmachten, die Bühne herzurichten und zu betreten, fand sich schließlich doch eine Menge von (von Hand gezählten) 70 Zuhörern davor ein. Und meiner unmaßgeblichen Meinung nach haben die Jungs von Skullboogey einen hervorragenden Job gemacht. Ihre Musik, die vielleicht irgendwo zwischen AC/DC, Metallica und den Queens of the Stoneage angesiedelt ist, war der richtige Anfang des Abends (ob nun beabsichtigt oder durch Sachzwänge bedingt spielt wohl keine Rolle). Die Musik war unter der Vorgabe StonerRock wohl eher als schnell einzustufen, aber sie war energiereich und technisch perfekt vorgetragen. Man merkte aber, m einer Meinung nach, das die Jungs alle gesundheitlich etwas angeschlagen waren. Um so größer der Respekt vor der guten Stimmung die sie zu verbreiten im Stande waren.

Nach einer obligatorischen Umbaupause folgten nun Black Lizard und ich muss sagen, einen größeren Unterschied kann man sich kaum vorstellen. Denn was die Darmstädter da auf die Bühne und in den Raum brachten war Dessert/Stonerrock vom Feinsten. So etwas hatte ich schon lange so nicht mehr erleben dürfen. Tief, zäh und träge aber trotzdem groovig und eingängig troff die Musik aus den Boxen und wurde vom Publikum dankbar aufgenommenen. Wie üblich waren die Stücke lang und erforderten Geduld, die die Zuhörer aber gerne aufbrachten. Die Musiker, die nach eigenen Worten auch nicht ganz fit waren (kein Wunder angesichts des Wetters), schleppten sich übrigens genauso über die Bühne, wie ihre Musik.

Als dritte und letzte Band des Abends würden jetzt noch die Jungs und Mädel von Way Beyond Reason die Bühne stürmen und zumindest mir war klar, das der Wechsel in der Musik kaum kleiner sein würde, als zuvor. Leider stellte die etwas längere Umbaupause wieder mal die Geduld der Anwesenden auf die Probe, aber die wurden dafür entschädigt, als es endlich los ging. Da ich sie schon einmal gehört hatte, wusste ich, was mich erwartete und sofort griffen Way Beyond Reason in die vollen und packten ihre dynamische Mischung aus Metal, Alternative und Stoner aus, die das Publikum auch sofort überzeugte.
Leider, aber diese Meinung vertrete ich seit Jahren alleine, empfand ich die Lautstärke bei diesem dritten Akt des Abends etwas zu laut. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen und die Musik hätte dadurch in mehrfacher Hinsicht profitiert. Außerdem finde ich in den Stücken immer wieder die eine oder andere Passage, die ich ein wenig zu lang empfinde.
Aber alles das kann nicht darüber hinwegtäuschen, das dies das Highlight des Abends war und zwar nicht nur in optischer Hinsicht. Energie- und Abwechlungsreich führte die Sängerin das Publikum durch diesen letzten Teil des Abends und ich merkte deutlich die Verbesserungen gegenüber dem ersten Auftritt, den ich an gleicher Stelle erleben durfte. Aber es bleibt durchaus Verbesserungspotential, um den Besuch eines weiteren Konzertes zu rechtfertigen, wenn es bisher nicht genug gegeben haben sollte.

FAZIT: Ein gelungener Abend mit drei Bands, die es Wert sind, gehört und unterstützt zu werden.
Was mir vor allem positiv aufgefallen ist auf diesem Konzert, ist die Tatsache, das das Publikum, auch wenn wegen einer Band gekommen, dann doch großteils bis zum Schluss geblieben war. RESPEKT dafür ans Publikum.
Danke auch an die Bands und die Organisation. So etwas brauchen wir mehr, dann hat die lokale Szene in Rhein-Main doch noch eine Chance.

Sonntag, 10. Februar 2013

Konzert - Tremonti, supp: Malrun, Zoom Frankfurt, 6.2.2013


Erst spät habe ich von dem Konzert erfahren und konnte noch eine Karte im Weiter-Verkauf ergattern. Eigentlich stehe ich nicht sonderlich auf Solo-Projekte von Saiten-Virtuosen eines Ranges Mark Tremonti, aber diesmal reizte mich, was ich im Vorfeld gehört hatte, dann doch dazu, mir das anzuschauen.

Als ich dann auch noch hörte, das die Dänen von Malrun im Vorprogramm spielen würden, war klar, das sich die Zeit und Investition lohnen würde.
Also machte ich mich zum ersten mal in den Club in der Brönnerstrasse, der zwar umbenannt worden war, seit ich zuletzt da war, aber an der Ausstattung hatte sich nichts geändert, außer das ein paar Sitzplätze entfernt worden waren.
Das Design des Clubs ist eigentlich recht interessant, wobei ich nicht sicher war, wie der Sound sein würde und zumindest teilweise wurden diese Bedenken bestätigt, aber dazu später mehr.

Pünktlich wie angekündigt enterten dann die Alternative Rocker von Malrun die kleine Bühne und fingen sofort damit an, diese in ihre Einzelteile zu zerlegen. Eine sehr moderne Mischung aus Alternative Elementen, Metal Riffs und sogar Einflüssen aus Hard- und Metalcore flog den Zuhörern um die Ohren und die Stimmung stieg immer weiter, bis man das Gefühl hatte, die 50 Minuten der Dänen wären viel schneller vergangen, als sie es tatsächlich waren.
Eines ist für mich sicher: Diese Jungs werde ich versuchen mal wieder zu sehen und zu hören, denn sie haben echt Potential und Visionen, die sie scheinbar auch in ihre Musik  umsetzen. RESPEKT!!!

Nach einer fast 45 minütigen Umbaupause betraten dann die Mannen um Mark Tremonti die Bühne und schon bei den ersten Akkorden wurde mir klar, das die Tonmeister wieder gemacht hatten, was ich schon mehrfach beobachtet hatte: Sie erhöhten von Band zu Band die Lautstärke, so das diesmal der Hauptakt mal wieder zu laut war, aber das ist natürlich nur die Meinung eines einfachen Musikhörers, der noch ein wenig auf seine Ohren achtet.

Die Performance der Musiker war einwandfrei, wobei mir die Solos von Mark schon teilweise ein wenig zu extravagant erschienen, aber das ist natürlich bei einem so begnadeten Gitarristen nicht vollkommen überraschend war. Auf jeden Fall hat der Namensgeber der Band sich sehr gute Musiker für seine Platte und Tour gesucht, so das die Energie der Songs sehr gut rüber kam und man nicht das Gefühl hatte, einem Double von Creed oder Alter Bridge zu zusehen. Dazu, das muss man ehrlich sagen, hat der gute Mark auch nicht die Stimme und vor allem Vielfalt an stimmlichen Fähigkeiten.

Am Ende war es ein gelungener Abend, der leider ein wenig zu laut war, aber mit dieser Meinung stehe ich wahrscheinlich ziemlich alleine. Die Kombination der Bands war sehr gelungen und die Dänen von Malrun haben mir sogar ein wenig besser gefallen als die Mannen um Mark Tremonti. Also wieder mal eine gute neue Band kennen gelernt und einen Abend mit netter Musik verbracht.