Dienstag, 15. Mai 2012

Konzert - Apron, Dynyle, Livid Brew, Pyometra - 11.5. - Rind, Rüsselsheim


Endlich mal wieder ein Konzert der Jungs von Dynyle, das in der Nähe stattfindet, und bei dem ich Zeit habe. Und nicht nur das. Auch das restliche Lineup verspricht extrem interessant zu werden, denn vom Rock'n'Roll über NuMetal bis hin zum Deathmetal ist sehr viel geboten. Und auch der Termin an einem Freitag Abend verspricht vielleicht mal wieder etwas mehr Betrieb bei einem Event von lokalem Charakter.

Allerdings scheint es das Wetter nicht gut meinen mit den Veranstaltern, den Metal Psychos, denen an dieser Stelle auch mal ein Lob ausgesprochen sei für diese Veranstaltung. Denn zwar ist die Sonne an diesem Abend verschwunden allerdings ist der einsetzende, sintflutartige Regen kurz vor Veranstaltungsbeginn mit Sicherheit keine förderlicher Umstand für eine Veranstaltung.

Als dann pünktlich um halb neun die erste Band, Pyometra, die Bühne betreten muss, um den Zeitplan einzuhalten, ist der Raum des Rindes nur spärlich gefüllt, aber trotzdem lassen es die Frankfurter Todesmetaller ordentlich krachen und der Erfolg zeigt sich in einer guten Stimmung unter den doch etwas zahlreicher werdenden Zuschauern. Offensichtlich hat die Musik die Leute aus ihren Raucherritualen gerissen und sie in die Halle gebracht. Für den Anfang ist die Musik zwar vielleicht etwas ungünstig gewählt, aber die Bewegung im Publikum zeigt, das auch jetzt schon deren Fans anwesend sind. Als die Musiker dann nach 30 Minuten die Bühne verlassen, werden bereits „Zugabe“ Rufe laut, die allerdings nicht bedient werden könne zu diesem Zeitpunkt.

Geiler Deathmetal zum Start: Pyometra 


Nach einer kurzen Umbaupause, die die meisten Gäste vor der Tür verbringen, wo es mittlerweile wieder trocken geworden ist, betritt eine Band aus Hanau die Bühne, deren Musik in eine deutlich andere, melodiösere Richtung geht. Zwar bleibt es hart, aber im Vergleich zu den fast technisch aufspielenden Jungs von Pyometra, geht es bei Livid Brew eher Stoner-Rock'n'Roll-mäßig zu, und der Saal gerät in wesentlich schwungvollere Bewegung. Die Musik von der Bühne zeigt deutliche ihre Wurzeln in den frühen Jahren des Rock'n'Roll aber auch die Härte des Thrash und der Groove des Stoner fehlen nicht und machen das Konzert zu einem hoch interessanten. Eventuell bedingt durch die energetische Musik fehlen nach den 30 Minuten Programm zwar die Zugabe-Rufe, aber trotzdem haben die Jungs gezeigt, was sie können und das Publikum hatte seinen Spaß.

Nach einer erneuten Umbaupause betreten die Offenbacher von Dynyle die Bühne und man hat, wie bei dieser Gruppe üblich, das Gefühl, als wollten die Jungs die Bühne und den Laden sofort abreißen. Nicht nur ältere, bereits auf ihrer CD veröffentlichte Stücke kamen an diesem Abend zu Aufführung, was einen sehr starker Einbindung des Publikums führte, sondern auch neue Stücke, die aber genau in das Schema der Band passten. 40 Minuten brennen die NuMetaller ein echtes Feuerwerk von bekannten und neuen Stücken ab und haben das Publikum jederzeit voll im Griff. Frontmann Gerrit gibt wieder alles und am Ende muss die Band fast dazu genötigt werden, noch eine Zugabe zu spielen, was dann mein Höhepunkt des Abends ist.

Offenbacher Power mit Dynyle \m/

Die Headliner des Abends, Apron aus München, sind nicht nur akustisch etwas besonders auf diesem Konzert, sondern bieten auch etwas für die Augen. Sowohl die Kleidung der 5 Musiker, als auch ihre Gesichtsbemalung zeigen, das sich die Jungs nicht tierisch ernst nehmen, aber deswegen trotzdem professionell auftreten und spielen können. Da ich bereits Discometal Musik gehört hatte, war ich ein wenig voreingenommen, und was die Münchner dort abliefern ist doch extrem hart und nicht so elektronisch, wie ich befürchtet hätte.
Die Texte sind sehr interessant, und die Show der Band ist wirklich von Anfang bis Ende sehenswert, wobei der Sound leider nicht so transparent ist, wie bei den Vorgängern auf der Bühne. Alles in Allem aber einer guter Abschluss des Abends.
Auch Bayern können harte Musik machen: Apron!
Optisch und akustisch etwas Besonderes!
 
Fazit: Hier jetzt noch mal vielen Dank an die Metal Psychos, alle Bands und Zuschauer. Lob auch für den Sound des Abends, denn abgesehen von den unausgewogenen Gitarren bei der letzten Band war der durchgehend sehr gut, und es bleibt zu hoffen, das wir solche Veranstaltungen auch in Zukunft hier in der Region werden erleben können.

Keep Rocking
GrimReaper


Setlist Pyometra
1. Drowned and Devoured
2. At war with your guts
3. The Shape Stalks Again
4. The Story Of Old Ed
5. Don't go in the Woods
6. Hammer Redeemer
7. Injected With Poison
8. Hatefuck (Zugabe)

Selist Livid Brew
1. Madman's Show
2. Not Until You Know My Name
3. Shake
4. All Hands Over Me
5. The Man Who Gives The Cane
6. Rover
7. Fever Pitch

Setlist Dynyle
1. Trails
2. Supremacy
3. No Energy
4. Soulfly
5. Harlekin
6. Lanterns
7. Story Inside
8. Angel Fingers (Zugabe)

Setlist Apron
1. Masses
2. Hangman
3. Facebook Superstar
4. Ghost in the Machine
5. Crocodile
6. Need
7. Mr Punch
8. Joey the Clown
9. Discostick
10. Broken Child
11. World at War (Zugabe)
12. Game Called Rejection (Zugabe)

Dienstag, 8. Mai 2012

CD - Storm Corrosion - Storm Corrosion


Zwei der größten Musiker des progressiven Metal arbeiten zusammen an einem Projekt. Was kann dabei heraus kommen? Ich denke diese Frage hat sich jeder gestellt, als er hörte, das Mikael Åkerfeldt von Opeth und Steven Wilson von Porcupine Tree sich zusammen tun würden, um eine Platte aufzunehmen.

Vor ein paar Tagen war bereits der erste Song mit dem zugehörigen Video erschienen, den ich auch hier schon besprochen hatte. Nachdem ich das Stück gesehen hatte, das von einem recht ansprechenden Film unterstützt wird, war ich schon skeptisch, was dieses Projekt anging, aber ich dachte mir, man müsse der ganzen Scheibe eine Chance geben, zu wirken.

Es wäre ja nicht das erste mal, das die beiden Protagonisten Platten machen, die hoch umstritten sind unter ihren Fans, oder die sich über eine sehr große Bandbreite des musikalischen Spektrums erstrecken, so das man einfach den ganzen Longplayer hören muss, um sich eine Meinung zu bilden, die fundiert ist.

Und zugegeben, die Musik, die dort abgeliefert wird, ist durchaus hörenswert. Es sind vertrackte Songstrukturen, die man selbst bei mehrmaligem anhören noch nicht vollkommen durchschaut und schon am Überlegen ist, ob es diese denn überhaupt gibt. Die Klangbilder die geschaffen werden sind auch von enormer Breite, die ihresgleichen sucht.

Allerdings sind die Sounds eher die, die man aus dem Ambient Bereich oder Post-Rock und Post-Metal kennt. Interessant, aber eben doch auch unerwartet und den Ausbruch an Härte oder Geschwindigkeit, den man bereits bei dem ersten Song vermisst hat, bleibt auch auf dem Rest der Scheibe aus.

Fazit: Erwartet unerwartet! Das fasst ganz gut zusammen, was diese Scheibe geworden ist. Ob man es jetzt mag, hängt vom persönlichen Geschmack ab, aber mit Åkerfeldt und Wilson verbinde ich andere Musik, und wenn man sich im Post-Rock/Metal Bereich umhört, gibt es dort durchaus bessere Platten und Bands.

Grüße
GrimReaper

Band: Storm Corrosion
Album: Storm Corrosion
Bewertung: 65%
Genre: Progressive Rock
Herkunft: Schweden/England
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungsdatum: 4.5.2012
Homepage: http://www.stormcorrosion.com/
Anspieltip: Drag Ropes

Playlist
1. Drag Ropes
2. Storm Corrosion
3. Hag
4. Happy
5. Lock Howl
6. Ljudet Innan

Montag, 7. Mai 2012

CD - Before the Dawn - Rise of the Phoenix


"melancholic melodic death metal"
so beschreiben die vier Finnen von "Before the Dawn" ihre Musik, und das ist, wenn auch schon ziemlich lang, so doch eine prägnante und umfassende Beschreibung dessen, was die Jungs da abliefern.
Und teilweise hört man auch immer mal wieder Stücke in der Musik, die klingen als hätte man ein Stück von Amorphis, Katatonia oder Dark Tranqulity in den Ohren, aber das bleibt nicht lange so, sondern die Finnen erfinden dann wieder etwas neues oder entwickeln das angefangene weiter, als man es erwartet hätte. Dabei kommen weder ruhige, teilweise mit der akustischen Gitarre untermalte balladenartige Lieder zu kurz, noch die harten, brachialen Passagen, die vor allem durch ein extrem präzises und vielseitiges Schlagzeug leben.
Die transparente Produktion und die Qualität der Musiker sorgt für einen absoluten Hörgenuss, und ich war echt überrascht, wie wenig anstrengend die Musik zu hören ist, was die Lautheit angeht, ohne dabei auch nur eine einzige Minute langweilig zu werden. Man weiß oft nicht, was die Musiker als nächstes machen werden und selbst der dritte und vierte Durchlauf eröffnet noch neue Elemente.
Bedenkt man, das die Band eigentlich nur aus einem festen Mitglied besteht, der sich für jede Produktion die geeigneten Musiker sucht, macht das die ganze Sache noch beeindruckender und ein Liveauftritt von „Before the Dawn“ steht jetzt ganz oben auf meiner Wunschliste.
Fazit: Ich werde die Platte auf jeden Fall in die Liste meiner Favorites aufnehmen und sie nicht mehr von meinem MP3-Player entfernen. Außerdem werde ich mir die Vorgängerplatten besorgen um zu hören, ob die Musik schon immer so vielseitig und genial war.
Band: Before the Dawn
Album: Rise of the Phoenix
Bewertung: 100%
Genre: Melancholic Melodic Death Metal
Herkunft: Finnland
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungsdatum: 27.4.2012
Homepage: http://www.beforethedawn.com/
Anspieltip: Pitch Black Universe
Playlist
01. Exordium
02. Pitch-Black Universe
03. Phoenix Rising
04. Cross To Bear
05. Throne Of Ice
06. Perfect Storm
07. Fallen World
08. Eclipse
09. Closure
10. Unbreakable (2012 Version) (Bonus)
11. Deliverance (Bonus)
12. Reflection (Demo) (Bonus)

Donnerstag, 3. Mai 2012

CD - Barren Earth - The Devil's Resolve


Es kommt selten vor, das ich eine CD in meinen Player einlege und dann für Tage nicht wieder heraus nehme. Aber diese Barren Earth CD gehört mal wieder dazu, denn die Finnen schaffen es, die gesamte Scheibe gefällig und gut hörbar zu gestalten. Aber nicht nur das, denn sonst würde sie nicht so lange interessant bleiben, sondern sie vermischen auch viele Elemente miteinander, die es ermöglichen, bei jedem Umlauf immer wieder neue Dinge zu hören.

Manchmal habe ich mich dabei ertappt, wie ich sogar Songs beim ersten Hören direkt noch einmal hören wollte, mich dann aber zurück gehalten habe, weil ich ja die anderen Stücke nicht versäumen wollte. Man merkt den Musikern an, das sie schon ihrer Erfahrungen gesammelt haben, aber das sie eben auch immer wieder neue Stile mit aufnehmen und auf wundervolle Art miteinander verbinden.

Jeder Durchlauf dieser CD offenbart neue oder andere Details, die einem jeden einzelnen Song nicht langweilig werden lassen. Dazu kommt, das auch jeder Song wiederum soviel Eigenständigkeit besitzt, das man manchmal Schwierigkeiten hat, sie derselben CD oder gar derselben Band zuzuordnen. Den einen oder anderen mag das stören, aber wenn man bereit ist, eine Mischung aus progressiven und melodischen Metalsongs, gepaart mit Deathmetal-Härte und Modern Metal Elementen zu hören, dann ist diese Scheibe eines der Glanzstücke der letzten Jahre.

Natürlich legt die Besetzung Vergleiche mit Amorphis, Moonsorrow oder Swallow the Sun nahe, aber diese sind weder angebracht, noch werden sie den betroffenen Bands gerecht. Denn Barren Earth übernimmt zwar natürlich das eine oder andere Element dieser Bands, aber sie gehen eben auch weiter und variieren auf unglaubliche Art, was sie übernehmen oder neu erfinden.

Fazit: Eine der besten Scheiben des noch jungen Jahres 2012 und die Finnen haben eine hohe Messlatte aufgelegt. Bitte mehr davon und vor allem, Live-Auftritte in Deutschland, bitte!!!

Stay Heavy \m/
GrimReaper

Band: Barren Earth
Album: The Devil's Resolve
Bewertung: 100%
Genre: Progressive Melodic Death Metal
Herkunft: Finnland
Label: Peaceville
Veröffentlichungsdatum: 16.3.2012
Homepage: http://www.barrenearth.com/
Anspieltip: Vintage Warlords

Playlist, Limited Edition
1. Passing Of The Crimson Shadows
2. The Rains Begin
3. Vintage Warlords
4. As It Is Written
5. The Dead Exiles
6. Oriental Pyre
7. White Fields
8. Where All Stories End
9. Martyrs Of Devotion (Bonus)
10. World In Haze (Bonus)

CD - Dynyle - Set a Sign


Dynyle, das liest sich erst mal so, als könne man es nicht aussprechen, aber es ist gar nicht so kompliziert, und vertrackte Namen gibt es ja nun wirklich genug im Metal. Die Band schreibt, das sie aus Offenbach am Main käme, ist aber im gesamten Rhein-Main Gebiet zu hause. Und dort habe ich sie, eher zufällig, auch das erste mal gehört und war von der Musik, der Energie und dem Habitus sehr angetan. Ich habe sie dann noch einmal, wieder zufällig, gesehen und dort dann von ihrer CD erfahren, die unter dem Namen „Set a Sign“ erschienen ist. Als alter Sammler und Jäger musste ich mir die dann natürlich auch sofort kaufen.

Zwar ist die Scheibe schon eine Weile auf dem Markt, aber ich denke, eine Meinung dazu kann man ja immer haben und kundtun. Die Musik von Dynyle ist schwer einzusortieren, weil die Jungs einfach alles das nehmen, was ihnen in die Ohren kommt und daraus ihre eigenen Songs machen. Dabei lässt sich als Außenstehender schwer bis gar nicht sagen, von wem oder was sie sich haben inspirieren lassen. Das Laben NuMetal, das sie sich selber gehen dürfte wohl anzeigen, wo die Musiker herkommen.

Die Musik ist eigenständig, hart und leiht sich, was sie will, wo sie will. Harte Riffs auf dem Heavy Metal, Breaks und Screams aus dem Hardcore, Geschwindigkeit und eingängige Solos aus dem Power Metal, um nur die offensichtlichsten Anleihen zu nennen. Und mit dieser Mischung, gepaart mit exzellenter Technik der Musiker und einem Frontmann, der diesen Namen wirklich verdient, haben sich die Jungs nicht nur eine eingefleischte Fangemeinde erarbeitet, sondern punkten auch bei professionellen Hörern, wie man an immer wieder guten Platzierungen in Contests sieht.

Denn hier gelingt es nicht nur, genug Fans zu motivieren, um nächste Runden zu erreichen oder eben gute Platzierungen, sondern auch eventuell vorhandene Fachjurys auf ihre Seite zu ziehen. Und diese Vielfältigkeit wollte ich halt auch gerne im eigenen Wohnzimmer auch genießen können, was zwar musikalisch mit der CD wunderbar funktioniert, aber leider ist die Produktion etwas matschig geworden, so das die Transparenz die nötig wäre, um die Instrumente sauber zur Geltung zu bringen, leider etwas verloren geht.

Die Vocals klingen leider auch etwas mehr verfälscht, als ich denke, das es der Musik gut tut, aber wenn man bedenkt, das die Produktion aus eigener Tasche finanziert wurde, gibt die CD doch einen guten Überblick, über das, was die Band so antreibt. Und einen Anreiz, sich die Jungs mal genauer live anzuhören liefert die Scheibe allemal. Und dazu bieten Dynyle, zumindest im Rhein-Main Gebiet immer wieder Gelegenheit, ein Umstand, den man sich gut zu Nutze machen kann.

Fazit: Kaufen, die Band unterstützen und dann die Jungs Live schauen gehen und staunen!

Keep Rocking \m/
GrimReaper

Band: Dynyle
Album: Set a Sign
Bewertung: 75%
Genre: (Nu)Metal
Herkunft: Offenbach
Label: Selbstveröffentlichung
Veröffentlichungsdatum: April 2011
Homepage: http://www.dynyle.de/
Anspieltip: Angel Finger

Playlist
1 Harlequin
2 Beloved Enemy
3 Fragmented
4 Trails
5 Faultless
6 Angel Fingers
7 Why So Innocent
8 Lucky Charm
9 No Energy
10 Story Inside
11 Priorities
12 Anniversary

Dienstag, 1. Mai 2012

CD - Jeff Loomis - Plains of Oblivion


Jeff Loomis, kein unbekannter Name im Progressive Metal, denn der Amerikaner ist schließlich ein Mitgründer der Band Nevermore Anfang der 90er Jahre. Und die Erfolge der Band sind eng verbunden mit seinem virtuosen Gitarrenspiel. Als sich dann schließlich 2011 die Wege von Nevermore und Loomis trennten, waren doch einige Leute überrascht und fragten sich, wie es jetzt mit beiden weiter gehen würde. Was Nevermore angeht, ist die Frage bis heute, meine Wissens nach, nicht beantwortet, aber was Loomis angeh, wissen wir sein April 2012, wo es hingehen soll.

Denn am 6.4. erschien die neue Solo-CD des Mannes aus Wisconsin , auf dem er wohl seine musikalische Zukunft starten will. Und sobald die CD anfängt zu rotieren, ist man sich sicher, das man eine CD eines absoluten Gitarrenliebhabers hört. Nicht weiter verwunderlich, wobei auch gewisse Déjà-vu Momente aufkommen, was die musikalische Vergangenheit des Namensgebers angeht.

Allerdings arten die ersten 5 Songs der vorliegenden CD eher in ein Wettrennen der Instrumente aus. Was zu Beginn noch sehr interessante und spannende Effekte ergibt, ermüdet zumindest mich dann doch ziemlich schnell (und das im wahrsten Sinne des Wortes). Als ich mich dann schon fast entschieden habe, die Platte nicht weiter zu hören, ändert sich der Stil doch erheblich und die weiteren 5 Songs zeigen, das Loomis mehr kann, als nur schnell und extrem exakt spielen.

Die Songstrukturen bleiben zwar progressiv angehaucht und vertrackt, aber zumindest etwas klarer erkennbar. Auch werden interessante, weitere Stile in die Musik integriert, wie zum Beispiel Deathmetal-Elemente (Surrender), balladenartig, schmeichelnde Gesangslinien (Chosen Time) oder sogar akustische Gitarren (Rapture). All das macht richtig Spaß zu hören, aber leider merkt man auch bei all diesen Songs, das der Hauptakteur eben ein Rock- und Metallgitarrist ist. Spätestens zur zweiten Hälfte jedes Liedes übertönen wieder die Gitarren alle anderen Instrumente und auch den Gesang.

Weitere Durchläufe offenbaren zwar, wie man das bei Loomis nicht anders erwarten würde, immer wieder neue Elemente, die man zuvor nicht gehört, oder besser gesagt nicht wahrgenommen hat, was der Platte definitiv einen gewissen Wiederholungswert gibt. Aber trotzdem ist die Zentrierung auf Jeffs Lieblingsinstrument etwas, das mir diese Scheibe dann schnell langweilig werden läßt.

Fazit: Wer auf progressiven Metal steht und Gitarren in all ihrer Vielfalt hören will und kann, macht mit Sicherheit keinen Fehler bei der CD, alle anderen sollten sich die Zeit nehmen, die Scheibe erst einmal anzuhören, um zu entscheiden, ob man sie nun mag oder nicht.

Keep Rocking
GrimReaper

Band: Jeff Loomis
Album: Plains of Oblivion
Bewertung: 60%
Genre: (Progressive) Metal
Herkunft: USA
Label: Century Media
Veröffentlichungsdatum: 6.4.2012
Homepage: https://www.facebook.com/jeffloomisfans
Anspieltip: Surrender

Playlist
1. Mercurial
2. The Ultimatum
3. Escape Velocity
4. Tragedy And Harmony
5. Requiem For The Living
6. Continuum Drift
7. Surrender
8. Chosen Time
9. Rapture
10. Sibylline Origin